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Anfahrtskarte ohne Google: eine Karte, die niemanden meldet
Warum das Google-Maps-iframe auf der Firmenwebsite ein Einwilligungs-Problem ist und wie eine selbst gehostete OpenStreetMap-Karte es ersetzt: eine statische Datei, kein Kartenserver, kein Banner.
Das teuerste Gratis-Feature der Firmenwebsite
Fast jede Firmenwebsite hat eine Anfahrtskarte, und fast immer ist es ein Google-Maps-iframe. Der Preis dafür steht nicht auf der Rechnung: Sobald die Karte lädt, schickt der Browser jedes Besuchers seine IP-Adresse an Google, bevor er auch nur ein Wort der Seite gelesen hat. Nach gängiger Lesart von DSGVO und TDDDG braucht das eine Einwilligung. Das Ergebnis kennen Sie: ein Cookie-Banner, das es ohne die Karte oft gar nicht bräuchte, oder eine Zwei-Klick-Attrappe, hinter der sich die Karte versteckt.
Für eine Information, die sich seit dem Einzug ins Gebäude nicht geändert hat, ist das ein schlechter Tausch.
OpenStreetMap ja, aber nicht von osm.org
Der Reflex „dann nehmen wir eben OpenStreetMap” greift zu kurz, wenn damit die Kartenbilder von openstreetmap.org gemeint sind. Die OpenStreetMap Foundation stellt ihre Tile-Server für das Projekt selbst bereit, nicht als Gratis-CDN für kommerzielle Websites. Die Nutzungsrichtlinie sagt das ausdrücklich: keine Garantien, starke Nutzung unerwünscht, wer einen Dienst betreibt, soll eigene Infrastruktur verwenden. Und das Datenschutz-Problem wandert nur um: Statt an Google gehen die Besucher-IPs dann an die Server der Foundation.
Die Kartendaten selbst sind dagegen frei. OpenStreetMap steht unter der ODbL, jeder darf sie nutzen und selbst ausliefern. Es fehlte lange nur ein praktikabler Weg, das ohne eigenen Kartenserver zu tun.
Eine Datei statt eines Kartenservers
Den gibt es inzwischen. Das Format heißt PMTiles: Alle Kartenkacheln einer Region liegen sortiert in einer einzigen Datei, und der Browser holt sich per HTTP-Bereichsabfrage genau die Bytes, die für den sichtbaren Ausschnitt nötig sind. Auf dem Server läuft dafür nichts. Keine Datenbank, kein Renderer, kein Prozess, der gewartet werden will. Jeder gewöhnliche Webspace, der Teilabfragen beantwortet, reicht aus; Apache und nginx können das von Haus aus.
Die Größenordnung für den Großraum München: rund 160 MB, einmal erzeugt in unter einer Minute aus den täglich aktualisierten OpenStreetMap-Daten. Gerendert wird im Browser des Besuchers, mit der Open-Source-Bibliothek MapLibre. Schriften und Symbole liegen mit auf dem eigenen Server. Es gibt keinen einzigen Abruf bei einem Dritten, also auch nichts, wofür man einwilligen müsste. Die Karte steht in der Datenschutzerklärung dort, wo auch die eigenen Bilder stehen: beim normalen Server-Betrieb.
Zwei Pflichten bleiben. Die Quellenangabe „© OpenStreetMap-Mitwirkende” muss an der Karte sichtbar sein, das verlangt die Lizenz. Und die Datei will gelegentlich erneuert werden; ein monatlicher Automatismus genügt für eine Anfahrtskarte bei weitem.
Was so eine Karte nicht kann
Ehrlichkeit gehört dazu: Das ist eine Landkarte, kein Google-Maps-Ersatz in voller Breite. Adresssuche und Routenberechnung sind eigene, deutlich größere Systeme; für die Route zum Termin verlinkt man besser auf openstreetmap.org oder den Kartendienst, den der Besucher ohnehin in der Tasche hat. Für den Standard-Fall der Firmenwebsite, einen Standort mit Umgebung zeigen, braucht es beides nicht.
Auch die Region ist eine Entscheidung: Je größer der Ausschnitt, desto größer die Datei. Ganz Deutschland liegt bei mehreren Gigabyte, machbar, aber selten nötig. Wer Kunden im Großraum München hat, kommt mit dem Regionsausschnitt aus.
So sieht das live aus
Wir haben das nicht als Gedankenspiel geprüft, sondern gebaut: Die Anfahrtskarte auf unserer Kontaktseite läuft genau so, ebenso die interaktive Vollansicht bei unserer Schwestermarke pad.software, in deren Labor die Umsetzung entstand. Die Karte lädt dort erst auf Klick, nicht aus Datenschutzgründen, sondern weil eine Kontaktseite schnell bleiben soll.
Dieselbe Regionsdatei kann mehrere Websites versorgen. Einmal erzeugt, kostet jede weitere Einbindung praktisch nichts, was den Ansatz für Firmengruppen und für unsere Kunden interessant macht: eine Anfahrtskarte, die dem eigenen Haus gehört.
Wie wir das machen
Wenn Ihre Website noch ein Google-Maps-iframe samt Banner trägt, ist der Umbau überschaubar: Regionsausschnitt festlegen, Datei erzeugen, Karte einbinden, Banner-Anlass streichen. Das erledigen wir als kleinen, klar umrissenen Auftrag. Sprechen Sie uns an.
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